Erste Schlussfolgerungen aus der Corona-Krise

In unserer erste Umfrage vom 21.4.-17.5.2020, fragten wir nach Schlussfolgerungen aus der Corona-Krise. 121 Personen nahmen teil.

Vier Kernergebnisse waren:

  1. Die Mehrzahl der Teilnehmer*innen der Umfrage (55%) erwartete langfristig in ihrem jeweiligen Kontext starke bzw. sehr starke Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeit der Diakonie.
  2. Viele befürchteten ein Anwachsen der gesellschaftlichen Spaltung durch die Corona-Krise. Vor allem diejenigen Menschen, die bereits am Rande der Gesellschaft stehen, finden in der jetzigen Krise weniger Unterstützung als viele andere gesellschaftliche Gruppen.
  3. Digitale Themen werden in Zukunft eine höhere Bedeutung haben.
  4. Die Bezahlung von Care-Arbeit ist ein zentrales Thema. Zwei Drittel der Teilnehmer*innen (69%) der Umfrage nannten sie als wichtige Zukunftsaufgabe von Diakonie – dies war der höchste Wert, vor Digitalisierung (58%).

Ergebnisse im Detail

@Markus Winkler auf Unsplash.comWelche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?

Mehr Unterstützung und Begleitung sind notwendig
Nach der Krise werden wohl mehr Menschen als bisher Unterstützung und Begleitung in ihren jeweiligen Lebenslagen benötigen, vor allem weil bestehende Benachteiligungen aktuell verstärkt werden. Entsprechend scheint die Anwaltschaftlichkeit für von Armut betroffene Menschen, für Kinder und Familien künftig ein noch wichtigeres Thema zu sein.

Sich mit der digitalen Welt auseinandersetzen
Digitale Themen werden in vielen Kontexten eine zentrale Rolle spielen:

  • Eine der neuen Möglichkeiten ist die stärkere Nutzung digitaler Instrumente bei der Begleitung von Zielgruppen, beispielsweise in der Jugendhilfe.
  • Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass vielen Menschen die digitale Grundausstattung fehlt. Soziale Teilhabe und digitale Teilhabe sind als Themen eng miteinander verbunden.
  • Eine weitere zu beantwortende Frage lautet: Wie lassen sich physische und digitale Beratungsangebote gewinnbringend miteinander verknüpfen und der scheinbare Widerspruch zwischen beiden auflösen?
  • Außerdem sollten digitale Instrumente künftig stärker genutzt werden, um sowohl diakonische Akteure zu vernetzen als auch mit anderen Akteuren aus Verbandslandschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammenzuarbeiten.

Care-Arbeit stärken
Die Diakonie Deutschland (DD) sollte sich für die Aufwertung von Care-Arbeit einsetzen, sowohl im Rahmen von bezahlter Care-Arbeit als auch von Care-Arbeit in der Familie.


Thesen zur Diskussion

Angeregt von der Umfrage und unseren Schlussfolgerungen haben wir mehrere Thesen formuliert. Haben Sie zu diesen eine weiterführende Idee? Oder möchten Sie widersprechen? Dann diskutieren Sie mit!

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